Am 23. September fand die Landesfachtagung des FLGÖ im Power Tower der Energie AG in Linz statt. Im Mittelpunkt standen die Neuwahl des Landesvorstandes und aktuelle Fragen des kommunalen Managements. Eröffnet wurde die Tagung von Landesobmann Reinhard Haider. Im Anschluss sprachen Vertreterinnen und Vertreter der Landespolitik ihre Grußworte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Nach der Vorstellung der Sponsoren und dem Bericht über die Vereinsjahre 2022 bis 2024 mit anschließender Entlastung des Kassiers erfolgte die Wahl des neuen Landesvorstandes.
Verändertes Vorstandsteam

Reinhard Haider, bisher Landesobmann und nunmehr Bundesobmann, übergab sein Amt an Christoph Stockinger, Amtsleiter in Gampern, der mit großer Zustimmung zum neuen Landesobmann gewählt wurde. Ihm zur Seite stehen Birgit Reiter aus Hirschbach und Holger Hasenöhrl aus Pregarten als Stellvertreter. Kassier bleibt Wilhelm Hoffmann aus Prambachkirchen, unterstützt von Manuela Eichinger aus Tragwein. Als Schriftführer wurde Günter Pichler aus Hofkirchen an der Trattnach bestätigt, vertreten von Andrea Reiter aus Pilsbach. Dem erweiterten Vorstand gehören unter anderem Christian Wildberger aus Engerwitzdorf, Andreas Gruber aus Kematen an der Krems und Thomas Hofbauer aus Lochen an. Als Rechnungsprüfer wurden Manuel Schwab aus St. Georgen an der Gusen und Marcus Niederreiter aus Hörsching bestellt.
Die Gemeinde ist allgegenwärtig
In seiner Antrittsrede betonte der neue Landesobmann Christoph Stockinger, wie sehr die Bürgerinnen und Bürger vom Aufstehen bis zum Schlafengehen auf Leistungen der Gemeinde angewiesen sind – von Wasser- und Abwasserversorgung über Abfallentsorgung, Straßen und Kinderbetreuung bis hin zu Nahversorgung, Sport und Kultur. Diese Allgegenwärtigkeit der Gemeinde sei Ansporn, die Arbeit der Amtsleiterinnen und Amtsleiter sichtbar zu machen und in das richtige Licht zu rücken.
Effiziente Verwaltungseinheiten
Ein Schwerpunkt seiner Rede lag auf der Notwendigkeit einer gelebten Zusammenarbeit. Gemeinden seien bereits heute sehr effizient, dennoch brauche es ständige Anpassungen und Verbesserungen unter Einbeziehung digitaler Möglichkeiten. Jede Gemeinde für sich ist einzigartig und braucht daher eigene Lösungen. Denn – so Stockinger: „Es gibt viele Wege und Möglichkeiten eine Gemeinde effektiv zu managen.
Bürokratie als Orientierungsrahmen 
Wesentlich ist für ihn, Bürokratie nicht negativ zu sehen, sondern als einen notwendigen Orientierungsrahmen. Stockinger erwähnte in diesem Zusammenhang den deutschen Philosophen Richard David Precht, der betont, dass ein handlungsfähiger Staat geregelte Abläufe braucht: Bürokratie schafft Stabilität, Rechtssicherheit und demokratische Kontrolle. Sie muss aber reformiert werden – schneller, transparenter, gemeinwohlorientierter.
Er bringt auch die Sichtweise von Julia Jäkel, Mitinitiatorin der „Initiative für einen handlungsfähigen Staat“ ein. Diese spricht von einem „Bürokratiedschungel“, fordert aber zugleich Reformen: Digitalisierung, mehr Praxisorientierung und Vertrauen in die Verwaltung. Handlungsfähigkeit ist aus ihrer Sicht nicht nur ein Verwaltungs-, sondern auch ein Demokratiethema.
Christoph Stockinger: „Diese Gedanken lassen sich auch auf Österreich übertragen. Unser Ziel ist nicht der Abbau, sondern die Weiterentwicklung einer effizienten Verwaltung.“
FLGÖ: Parteipolitisch unabhängig
Für den neuen Landesobmann ist wesentlich, dass die Unabhängigkeit des FLGÖ von parteipolitischen Fragen auch künftig oberste Leitlinie bleibt. Die Arbeit des Verbandes solle weiterhin auf fachlicher und sachlicher Ebene erfolgen, stets in Respekt vor den Aufgaben der Politik und mit bewusstem Platz in der zweiten Reihe. Der FLGÖ verstehe sich als Netzwerk, das nicht nur langjährige Kolleginnen und Kollegen, sondern vor allem auch junge Amtsleiterinnen bei der täglichen Arbeit unterstützt und ihnen eine Plattform für Austausch und Orientierung bietet.
Zusammenarbeit mit dem Gemeindebund
Zugleich kündigte er an, die Zusammenarbeit mit dem OÖ Gemeindebund und anderen Institutionen zu intensivieren. Ziel sei es, Gesetze und Verordnungen in Zukunft praxisnäher zu gestalten und die vorhandene Expertise einzubringen. Im erweiterten Vorstand arbeiten mittlerweile dreizehn Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Bereichen, vom Dienstrecht über Gemeindeordnung und IT-Strategie bis zur Lehrlingsausbildung. Diese breite Aufstellung soll sicherstellen, dass die Gemeinden ihre Aufgaben auf einer modernen Basis erfüllen können. Mit Blick auf die Gesetzgebung forderte Stockinger schließlich, nicht nur bestehende Regelungen immer weiter zu verkomplizieren, sondern auch den Mut zu haben, Gesetze von Grund auf neu zu denken, wenn dies für die praktische Umsetzung sinnvoll ist.
Gemeindemanagement in Fokus der Tagung
Inhaltlich stand das Programm der Fachtagung stand ganz im Zeichen des Themas „Gemeindemanagement der Zukunft – Theorie und Praxis“. Dabei wurden verschiedene Formen der Zusammenarbeit zwischen Gemeinden ebenso beleuchtet wie innovative Ansätze im Verbandswesen. Beispiele aus Verwaltungsgemeinschaften zeigten, wie Kooperation im Alltag funktioniert, während KDZ-Geschäftsführer Thomas Prorok die Bedeutung von Qualitätsmanagement für eine zukunftsfitte Verwaltung herausarbeitete. In einer Diskussionsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung wurden die Perspektiven und Herausforderungen einer modernen Gemeindeverwaltung zusammengeführt.
Zum Abschluss durfte sich Günther Huber, Amtsleiter in St. Marienkirchen bei Schärding, über eine Ballonfahrt für zwei Personen über das Salzkammergut freuen – herzliche Gratulation zum Gewinn.
Über den FLGOÖ:
Der FLGOÖ besteht seit 1992 als Verein mit Wahl und Statuten und ist der Zusammenschluss der Amtsleiterinnen und Amtsleiter in Oberösterreich. Diese tragen die Verantwortung für kommunales Management auf Gemeindeebene. Mit seinen 419 Mitgliedern stellt die Landesgruppe OÖ österreichweit den stärksten Verband. Der FLGÖ ist politisch unabhängig und auch auf Bezirksebene organisiert.